21.-27.12.2008: Jakutsk - Magadan
Wie baue ich an Weihnachten aus Langeweile ein Hinterachs-Differential
Wie? Man nehme ein zu dickes Tellerrad, zerstöre es zu Testzwecken und drehe das Zweite dann mit Drehmaschinen, die gigantische Ausmaße haben, auf Maß ab. Dazu baue man diese Maschinen in stundenlanger Arbeit natürlich erst um, nachdem man die Produktion von Industrieteilen zuvor mit Hilfe eines verständnisvollen Direktors gestoppt hat. Um sich diese riesigen Maschinen nutzbar zu machen, stelle man vorher mit Hilfe eines nicht mehr benötigten Kettensatzes einer Raupe das geeignete Haltewerkzeug selbst her (diese Anleitung auf Anfrage
Dann lasse man sich von einem begnadeten, alten russischen Mechaniker noch drei 0,2mm Distanzscheiben von Hand dengeln und mixe diese mit anderen Scheiben aus den falschen Umbausätzen. Man benötigt nun eigentlich nur noch einige Stunden geduldige Einstellversuche, die händische Anfertigung eines Abziehers sowie eines speziellen Stemmwerzeuges und selbsthergestellte, dicke Unterlegscheiben (auf der schon erwähnten gigantischen Drehmaschine) und schon wird aus gar nix ein Differential, welches man sonst nur für viel Geld in den USA kaufen kann.
Um die ganze Sache abzurunden, empfiehlt es sich wenn die Müdigkeit und Kälte in den großen Hallen übermächtig wird die Gastfreundschaft von Helfern anzunehmen, hunderte von Telefon-Euros für Informationen auszugeben und sich natürlich nicht zu ärgern.
Nachdem ich dann am 24.12. nachts gemeinsam mit Dima, der mich irgendwie wachhielt um fahren zu können, in Jakutsk angekommen bin, flog ich 3 Stunden später am 25. in aller Herrgottsfrühe zu Gesprächen und um restliche Dinge zu erledigen nach Magadan. Evgeny ist über Habarowsk ebenfalls dorthin gereist.
Das restliche Team welches mich bis hierher begleite hat ist schon am 24. mit einer der letzten Maschinen ausgeflogen und ist über kurz oder lang sicher in Deutschland eingetroffen.
An diese Stelle nochmals einen ganz herzlichen Dank an das super Team welches Evgeny und mich ab Moskau - begleitet hat:
Astrid, Joachim, Marco, Hendrik ihr ward spitze. Es hat mir viel Spaß gemacht mit euch zu reisen. Danke für alle Unterstützung und das gemeinsame, im Grunde nie vergangene Lachen.
Das neue Team wird am 15.01. In Jakutsk eintreffen und auf die Reise durch Chukotka zur Beringstraße gehen.
Zu guter Letzt danke ich von hier aus allen für die Unterstützung auf der ersten Expeditionsetappe über rund 22000 km von Paris nach Jakutsk und wünsche allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Matthias Jeschke

