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Archiv für den Monat Januar 2009

27.01.2009: Strip my trailer

geschrieben am 29. Januar 2009 um 14:12 von pny2009

„Ja muss ich mich denn nur ärgern?“ dachte ich, als mir das einfache Hotel “Sesaria“ (Name so ausgeschrieben, wie ich es hier in Russland ausspreche) plötzlich das Doppelte an Geld abnehmen wollte als bisher. Ich hasse so was. Vor unserer Abreise waren wir im Polarstar Hotel sehr gut untergebracht. Alles war ok. Jetzt haben wir uns für eine einfache Unterkunft entschieden.

Wenn der Preis stimmt kann man über dreckige Zimmer, Gestank im Bad, auf Putz verlegte Abwasserrohre, undichte Badewannen, lauwarmes Wasser, keine Zimmerreinigung, keine Handtücher, verschmierte Wände, kaputte Schränke, keine Bettdecken, freche Mitarbeiter, runter fallende Verkleidungen, sich durch Leckagen selbst flutende Badezimmer, etc. hinwegsehen. Aber wenn der Preis dann plötzlich um 100% steigt, bei gleichzeitiger Exklusion des Frühstücks regt sich der Matze echt auf!

Ok, soweit ein bisschen Frust, weiter geht’s mit den Umbaumaßnahmen. Wir arbeiten mit vier Mechanikern plus Marco und mir parallel an beiden Wagen und den Trailern. Heute war z.B. mein Trailer dran. “Strip my Trailer” war das Schlagwort nachdem die Spezialanhänger bis hierhin alle Härten vollständig klaglos hingenommen und einen super Job gemacht hatten.

Jetzt begannen wir, alles was nicht irgendwie unentbehrlich war zu demontiert, abzuflexen, umzuschweißen etc. Die Auflösung der extra so konzipierten Anhänger hat begonnen. Eine schweinische Angelegenheit wenn alles Eis aus den letzten Ritzen taut und dich nachdem es flüssig über den ganzen dreckigen Anhänger gelaufen ist, von oben bis unten einnässt - weil, du musst ja darunter liegen, denn eine Bühne gibt es nicht. Nach und nach werden wir diese immer weiter zerlegen bis nichts mehr als der Rahmen da ist. Da sollten wir in Uelen angekommen sein. Die Bilder vorher/nachher werdet ihr in ein zwei Tagen sehen.  Außerdem begannen wir mit dem Einbau der Webasto Standheizungen, tauschten den zweiten Tank, ersetzten die bisherigen LKW-Anhängerkupplungen gegen die neuen Spezial-”nato”-Anhängerkupplungen von Rockinger für extremes Gelände fahren und montierten die dritte Winde an den Fahrzeugen.

Ziemlich müde fielen wir um 24 Uhr in die Kojen. Um 5 Uhr müssen wir wieder raus um Ulrich, unseren Fotografen, am Flughafen abzuholen.

Matthias Jeschke

Ab sofort kann man den Standort des Expeditionsteams “live” mitverfolgen: Live tracking

 

26.01.2009: Umbau/Vorbereitung der Fahrzeuge

geschrieben am 26. Januar 2009 um 14:11 von pny2009

Unsere Aufgabe nun ist die maximale Gewichtsreduzierung und die Vorbereitung bzw. der Umbau auf eine der sicherlich anspruchsvollsten Offroad-Strecken überhaupt mit noch nie bewältigten Abschnitten.

Alles, wirklich alles, prüfen wir auf echten Gebrauch oder nicht. Wenn nicht, wird es verkauft oder an Bedürftige verschenkt. Dazu gehören Kleidungsstücke genauso, wie überschüssiges Eqipment. Wir nehmen nur mit, was wir unbedingt brauchen.

Unsere Dachboxen haben - wir wie von Anfang an vorgesehen - jetzt demontiet. Sie werden nach Fairbanks geschickt, wo wir sie wieder montieren. Dies ist notwendig, da unser Notausstieg in der Beringsee bei den Fahrzeugen über die herausnehmbaren vorderen Dachhälften der Wrangler erfolgt. Den vorderen Tank werden wir in Uelen den Menschen, die dort leben überlassen.

Außerdem haben wir heute einen von zwei Unterflurtanks ausgetauscht, die wir uns aufgerissen hatten, begonnen die Satellitenkommunikation und Navigationsmittel aufzustocken (Laptop, Fax, GPS, Kompass, Notsignal, Notfunk, etc.), die Uni Alaska auszurichten, unseren Tracker in Betrieb genommen, begonnen den ersten Anhänger aus der Froststarre zu befreien, Elektrik am F2 instand gesetzt und einen Simmering am F1 erneuert.

Matthias Jeschke

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23-25.01.2009: Back on track

geschrieben am 25. Januar 2009 um 14:09 von pny2009

Es war ein sehr holpriger Start. Hoffen wir, dass es dazu dient alles Schlechte am Anfang abzufackeln.
Erst mussten wir in Frankfurt am Main doch fast 1500€ Übergepäck für unser Equipment zahlen, was eigentlich nicht der Fall sein sollte, dann bekam ich das erste Mal Probleme mit einer russischen Behörde, die unsere Expedition ansonsten absolut vorbildlich unterstützen, als mir auf dem Flughafen Domodedovo die Notsignalpistolen nebst Munition beschlagnahmt wurden, weil laut Behördenaussage ein Dokument nicht vorlag.

Kurz bevor unser Weiterflug weg gewesen wäre, ließ man mich - zwar ohne Notsignalequipment - aber wenigstens gehen. Zusammen mit Marco rannten wir dann mit 240 kg Gepäck, 2 Gepäckwagen, 3 Mitarbeitern einer der in meinen Augen unfreundlichsten Fluglinie weltweit - S7 - und 2 Polizisten durch Flure, Gänge, Sicherheitskontrollen und über einen speziellen Zugang bis an den Laderaum des Flugzeuges, wo vier weitere Helfer warteten um unsere 17 schweren Gepäckstücke auf Geheiß der Polizei noch in letzter Sekunde einzuladen. Anschließend traten Marco und ich ins Flugzeug und sofort wurde die Tür geschlossen/abgehoben.

Angekommen in Novosibirsk ging es nach 16 Stunden Warten auf dem Flughafen erstmal mit einem handfesten Streit mit den nächsten Mitarbeitern der S7 weiter, die uns nochmals um über 1000€ erleichterten und sich aufführten wie beim Balzen. Wieder ging es knappst ins Flugzeug, diesmal sogar mit einem eigenen Bus für Marco und mich. Es war echt zum ko*** mit der S7.

Erst 42 Stunden nach unserem Abflug wurde es in Jakutsk wieder nett. Serafim hatte unsere Ankunft gut vorbereitet. Wir wurden abgeholt und schon um 6 Uhr wurde die Werkstatt für uns geöffnet, damit wir das ganze Equipment unterstellen konnten. Jetzt geht es schnell ins Hotel und dann legen wir mit dem Umbau/Vorbereitung der Fahrzeuge für die härteste Etappe los. Dafür habe ich 4-5 Tage geplant.

Ulrich, unser Fotograf, soll am 28ten, Konstantin aus Moskau am 29ten, Kaspar aus Zürich am 30ten eintreffen. Evgeny wollen wir dann am 02.02. im tausend Kilometer entfernten Ustnera treffen, wo er aus Magadan direkt hinkommt…

Matthias Jeschke

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25.01.2009: Schweizer wird Teammitglied auf den zwei härtesten Etappen

geschrieben am um 12:15 von pny2009

Wir freuen uns sehr, den Schweizer Kaspar Mettler als Teammitglied auf den zwei härtesten Etappen von Jakutsk nach Uelen und bei der Überquerung der Beringstraße begrüßen zu können.
Für Kaspar geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung und Extrem Events freut sich über eine weitere Schweizer Verstärkung, nachdem wir schon von den Schweizer Unternehmen Goodyear, Alcosuisse, Mammut und IBS unterstützt werden.
Wir wünschen Kaspar alles Gute und viel Erfolg im Team.

 

23.01.2009: Zweiter Teil der Expedition

geschrieben am 23. Januar 2009 um 12:14 von pny2009

Im Moment befindet sich das Team noch in Deutschland. Abflugtermin ist der 23.01.2009. Für die Vorbereitung der Rückkehr nach Russland und den bevorstehenden schwierigsten Teil des ganzen Projektes, benötigte das Team etwas mehr Zeit in Deutschland und wird daher heute nach Jakutsk aufbrechen. Die Zeit wurde auch genutzt um zwei weitere Kurzfilme (front_content.php?idcat=658&lang=1) zu erstellen. Die Film-Clips decken nun die gesamte bisher befahrene Strecke ab. Da die Kommunikationsmöglichkeiten ab jetzt viel geringer werden, hat das Team nun einen Satelliten-Messenger dabei, mit dessen Hilfe immer der aktuelle Standort und somit die gefahrene Route online nachvollzogen werden kann. Die Karte befindet sich hier: front_content.php?idcat=706&lang=1